Sonntag, 28. März 2010

"Die Häsin" ........

So wie der Häsin geht es uns manchmal. Die Ilse hat es richtig geschrieben, viele viele Ratschläge kriegt man oft. Aber wirkliche Hilfe, mit der man etwas anfangen kann, ist doch eher selten. Handlungen sind besser als Worte. Danke liebe Ilse und Renate für euren Kommentar.

So soll die kleine Fabel richtig heißen Ohne die Lücken kann man den Text nochmal durchlesen und auf sich wirken lassen.Eine kleine Geschichte, die nicht nur in die Osterzeit passt.

Liebe Grüße Waltraud

Die Häsin lag krank - Lösung

Da kam der Igel zu Besuch, brachte ein paar frische Kleeblätter mit und sagte: „Kommt Zeit, kommt Rat!“ Gut gemeint, aber wann kommt die Zeit, und welcher Rat wird es sein? – Tags drauf sah die Eule herein und meinte: „Gut Ding will Weile haben!“ Sprach’s und verabschiedete sich. Die Häsin dachte: Ich kann mir aber keine Weile leisten.

Als die Feldmaus durchs Fenster guckte, fiepte sie: „Kopf hoch, Frau Nachbarin, so trägt eben jeder sein Päckchen!“

Die alte Katze sah auch kurz herein und erkundigte sich nach dem Befinden. „Es wird schon werden!“ meinte sie schnurrend und meinte es ja ehrlich. Als dann der Maulwurf seine Hemmungen überwand und durchs Fenster rief: „Keine Sorge! Ende gut, alles gut!“, da empfand die Häsin nur noch Bitterkeit. In der Küche tobten die Jungen, und nichts war fertig geworden. Dazu noch die eigene Angst.

Witzig sollte es klingen, als die Elster vom hohen Baum rief: „Kommen wir über den Hund, kommen wir über den Schwanz. Geduld, Geduld, Geduld!“

Können die alle sich denn gar nicht vorstellen, wie es mir zumute ist? Dachte die Kranke. Müssen die denn alle solchen gutgemeinten Unsinn reden?

Während sie noch voller Enttäuschung so nachdachte und merkte, dass all der gutgemeinte Trost im Grunde keiner war, kamen die Ameisen herein, grüßten kurz, stellen Feldblumen auf den Tisch, machten die Küche sauber, versorgten die jungen Hasen, waren bei alledem sehr leise und verabschiedeten sich ohne jeden Aufwand. Da trat viel Ruhe ein, und vor allem: Die Hoffnung wuchs.

Peter Spangenberg

Kommentare:

  1. Liebe Waltraud,

    jetzt, wo ich die Geschichte vervollständigt nochmals durchgelesen habe, empfinde ich wie Ilse. Es gibt tausend gutgemeinte Ratschläge in den verschiedensten Situationen.
    Jeder nimmt Anteil und tut dies oft lautstark kund - bestimmt auch oft in guter Absicht.
    Richtige Hilfe, ohne vieles Reden, einfach Tun und Handeln, wäre das, was mancher so sehr brauchen würde. Und dabei braucht man sich selber gar nicht ausschließen!
    Keine Zeit, Termine, morgen vielleicht, habe viel an dich gedacht oder so einiges kommt über die Lippen!

    Aber einfach, wie die Ameisen, helfend eingreifen, zuhören, Geborgenheit geben, Hoffnung und Zuversicht echt spüren lassen und keinen Dank dafür wollen, das wäre die echte Hilfe - Worte sind schnell gesprochen und fliegen mit dem Wind davon! Leider!
    Einfach mal für den anderen da sein!

    Jetzt bin ich aber schwer nachdenklich geworden!

    Eine gute Nacht und einen schönen Wochenanfang!

    Herzlich Renate

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  2. Hallo, Waltraud,
    eine schöne Geschichte, die ich längst vergessen hatte. Danke dafür.
    LG Irmi

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