Montag, 4. Oktober 2010

Wanderung im Kasbruch mit dem Kneipp Verein Neunkirchen




Auf den Spuren der Vergangenheit mit Heimatforscher Günther Gensheimer



Bei traumhaft schönem Herbstwetter unternahmen wir gestern mit Herrn Gensheimer eine Wanderung durch den Kasbruch. Der Name entstand aus der dem keltischen Wort "casne" für Eiche und dem althochdeutschen "Bruch" für Moorboden oder Sumpfland. Das "Kasbruchtal" verbinden die Neunkircher ganz klar mit Erfrischung: Aus seinen kühlen Brunnen speiste sich das alte Freibad und einst kam von dort das Wasser des legendären Schloss-Bräu-Bieres. Es ist das kühlste und wasserreichste Tal des Saarlandes, seit 1998 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und liegt im Wald zwischen den Stadtteilen Wellesweiler, Furpach und Ludwigsthal.Es erstreckt sich entlang der Wiesentäler des Kasbruchgrabens und ist 35 Hektar groß.

Schutzzweck dieses Naturschutzgebietes ist die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der naturnahen Wiesentäler mit Großseggenrieden, Geißfuß-, Wiesenkerbel- und Pfeifengraswiesen, Ohrweidengebüsch und Moorbirken-Schwarzerlen-Bruchwald

Bereits in der Jungsteinzeit vor 4000 Jahren lebten hier unsere Vorfahren. So wurden keltische Werkzeuge und römische Relikte gefunden, welche darauf schließen lassen, dass hier ein bedeutendes galloromanisches Quellheiligtum verehrt wurde. Grabanlagen im Fels unter Eichen glaubten die Kelten von “guten übernatürlichen Mächten bewohnt“ - heute werden solche Geotope unter wohl vergleichbarer Empfindung als „Kraftorte“ bezeichnet. Noch heute findet man Spuren aus der vergangenen Zeit, auf die uns Herr Gensheimer aufmerksam gemacht hat.

Nach der 2 1/2 stündigen Wanderung gingen wir noch gemeinsam zum Italiener nach Furpach essen. Insgesamt ein schöner Tag, die nächste Wanderung ist im Frühling des nächsten Jahres.Vielleicht mag ja noch jemand von meinen Denkkugel Lesern mitgehen ?
Ihr seid herzlich dazu eingeladen.

Liebe Grüße Waltraud

Kommentare:

  1. Liebe Waltraud,

    das hast Du alles ganz toll beschrieben und ich hatte überhaupt keine Ahnung, was es mit dem Kasbruchtal so auf sich hat. Es ist so nahe und ich habe mich och nicht damit befasst. War zwar schon einem am ehem. Schwimmbad vorbeispaziert, aber das ist bislang alles gewesen.
    War auch nie im Schwimmbad!
    Ihr hattet einen schönen Tag, habt Euch ja so ein tolles Wetter ausgesucht! Prima!

    Wenn ich im Frühjahr früh genug Bescheid bekomme, würde ich gerne mal mitwandern!

    Ich wünsche Dir einen gemütlichen Abend nach Deinem Kurs und einen sonnigen, stressfreien Donnerstag!

    ♥-liche Grüße RENATE

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  2. Guten Abend, noch mehr Informationen übers Kasbruchtal findet man im Internet. Ich wußte auch nicht, dass es so viele interessante Punkte dort gibt. Mit Herrn Gensheimer hatten wir einen sehr guten Führer. Das Schwimmbad dort hab ich mehrmals besucht, das Wasser dort war (mir) allerdings immer zu kalt. Jetzt weiß ich auch warum. Ein Vorteil zu den Bädern die heute gebaut werden, waren für mich das große 50 Meter lange Schwimmerbecken und die riesengroße Liegewiese. Man fand immer ein schattiges Plätzchen oder auch einen Platz in der Sonne - so wie man es gerade wollte. Jetzt ist das Bad geschlossen und beim Vorbeigehen sahen wir, dass der Zaun an einigen Stellen schon beschädigt war. Liebe Grüße Waltraud

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  3. Liebe Waltraud,
    Du hast mit dem Bericht über den Kasbruch in mir eine schöne Erinnerung wach gerufen. Als Kind war ich ein einziges Mal im Kasbruchbad schwimmen – mit meinem Vater.
    Es war ein gar nicht warmer Sommertag, und ich kann mich noch gut erinnern, dass nur wenig Menschen im Wasser waren. Da ich schon sehr früh in der Blies am „Schwimmplatz“ und in der Oster „Am Winkel“ schwimmen lernte, wollte ich dies auch meinem Vater zeigen. Also, musste ich ins kalte Wasser. Anschließend kam das große Zähneklappern. An den Badeanzug erinnere ich mich auch noch – Modell „Rechts/Links“. Nach Gebrauch 2 Nummern größer. Das war damals aber kein Grund, aufs Schwimmen zu verzichten, fast alle hatten so einen Badeanzug Marke „Eigenbau“.
    Für diesen Weg in die Vergangenheit danke ich Dir mit einem HAIKU

    Erinnerungen
    schlafen so lange in uns,
    bis man sie erweckt.

    Tschüß Ilse

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  4. Liebe Ilse,

    ich kann mich erinnern, dass ich in die erste Schulklasse eine Schürze angezogen habe. Viele Kleider wurden noch selbst genäht, einen gestrickten Badeanzug mußte ich Gott sei Dank nicht tragen.Ich stell es mir nicht so angenehm vor,wenn man aus dem Wasser kommt und die Badekleidung hängt fast in den Knien. Aber das war damals halt so. Manche Geschichten wecken eben Erinnerungen, das stimmt.
    Erika

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  5. Sehr geehrte Frau Waltraud,
    auf Ihrer Seite befindet sich die Angabe, dass der Neunkircher Kasbruch seinen Namen vom keltischen "casne" für Eiche ableitet. Das stimmt so wahrscheinlich nicht. Zwar kommt das "Kas" wohl von Eiche aber trotz intensiver Recherche habe ich nirgends das Wort "casne" gefunden. Außer in Neunkircher Quellen, welche alle auf Hr. Gensheimer zurückgehen. Prof. Kolling nennt das keltische "kassanos" bzw. spätere romanische "casnus" als Ursprung für "Kas"bruch. Es gibt weitere keltische Bezeichnungen für Eiche wie z.B. "druis/dreys" usw., die hier nicht relevant sind. In Neunkircher Quellen ist manchmal auch "cassanus" als römisch für Eiche angegeben. Das ist falsch. Römisch heißt es definitiv "quercus".
    Mit freundlichen Grüßen
    Oliver Pilger

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