Montag, 19. September 2011

Für alle, die vor 1983 geboren wurden

Am 20.September ist der Tag des Kindes. Kind sein heute ist anders, als in der Zeit in der ich groß geworden bin. Wie spielten Kinder vor 40 oder 50 Jahren, wie spielen sie heute? Was hat sich sonst noch alles verändert?

In dem folgenden Text werden sich sicher einige Leser wieder erkennen. Ich hab ihn einmal als Mail bekommen und ich finde, er ist sehr treffend:

Wenn du als Kind in den 60er-, 70er- oder 80er-Jahren lebtest, ist es

zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!
Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.
Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.


Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht.
Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick.
Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64
Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.


Wir hatten Freunde.
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir
marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir
gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen
unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns...
wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeihungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.
Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch
Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen
Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei!
So etwas!
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und
Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit,
Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen

Und du gehörst auch dazu.
Herzlichen Glückwunsch!

;-)) Stimmt doch alles - oder
Herzliche Grüße  Waltraud



Kommentare:

  1. Liebe Waltraud!
    Diese Zeilen kenne ich schon lange, aber jedes Mal, wenn ich sie lese, nicke ich kräftig mit dem Kopf.
    Lieben Gruß
    Poldi

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  2. Hallo Waltraud,

    ich habe den Text nicht gekannt, kann aber bei allem was hier steht, zustimmen.

    Eine gute restliche Woche
    Erika

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  3. Hallo Waltraud,
    ja, stimmt alles. Aber, das Rad drehen wir nicht mehr zurück. Schade!

    Liebe Grüße Rolf

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  4. Zum Artikel könnte man sagen, alles hat seine Zeit. Nicht nur das Kindsein hat sich um 180° gedreht, auch die Welt, in der heute Kinder leben müssen, ist eine andere geworden. Die Sorgen unserer Eltern drehten sich darum, die Familie zu stärken, zu ernähren, zusammen zu halten und den Kindern ein Vorbild zu sein. Kinder wurden nicht geboren um wegzugeben in Horten und zu Leihmüttern. Natürlich gelang das nicht immer und es gab damals auch schon Missstände, um die sich dann die Verwandtschaft, die Nachbarschaft oder die Fürsorge kümmerten. Wenn heute junge Frauen praktisch gezwungen sind, Fremdhilfe und Sozialamt in Anspruch nehmen zu müssen, ist das ein Erscheinungsbild der heutigen Gesellschaft, nicht unbedingt ein Versagen der Erziehenden. Und die Kinder? Müssen und werden damit auch fertig werden. Genau so, wie wir, die nicht im Wohlstand im und nach dem Krieg geboren wurden und auch wertvolle Mitglieder der Gesellschaft wurden. Immer? Nein, aber doch die meisten! Das ist meine Überlegung zu diesem Text. Gruß Ilse

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  5. Waltraud hat gesagt…
    Liebe Ilse,
    danke, dass du uns deine Gedanken mitgeteilt hast.Die Welt ist für Kinder und Jugendliche von heute nicht einfach. Wenn ich an meine Jugend denke, damals war es noch relativ leicht eine Lehrstelle zu bekommen. Heute muß man bei manchen Lehrstellen Abitur haben , um überhaupt anzukommen.Man muß flexibler sein,eine Lehre reicht manchmal gar nicht aus. Viele junge Menschen finden noch nicht mal eine Stelle, von der sie sich ernähren können. 400 Euro Jobs, davon gibt es jede Menge. Junge Mütter müsssen heute arbeiten gehen, weil ein Gehalt gar nicht ausreicht. Die Zeit heute ist anders, aber nicht unbedingt besser als zu der Zeit, als wir jung waren.
    Viele Grüße Waltraud

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